Inmitten persönlicher Brüche und äußerer Krisen begann mein künstlerischer Weg sich neu zu formen. Die folgenden vier Werke sind Teil eines größeren Zyklus, der sich mit innerer Resilienz, Selbstbefreiung und spiritueller Wiederauferstehung beschäftigt. Sie spiegeln meinen Weg durch existenzielle Enge hin zu neuer Weite – und laden dazu ein, auch das eigene Leben als eine Reise durch Schatten, Dornen und Licht zu betrachten.
Diese vier Werke sind nur ein kleiner Ausschnitt aus meiner Resilienzarbeit – einer Serie, in der ich mich den Fragen nach dem „Wie weiter?“ und „Was trägt?“ gestellt habe. Es sind keine Erklärungen, sondern visuelle Verdichtungen eines inneren Prozesses.
Aus dieser intensiven Phase entstand der Impuls, auch gesellschaftliche Brüche, politische Spannungen und kollektive Fragilität in meiner Kunst zu thematisieren.
Das Ersticken im Inneren – und der Beginn eines Befreiungsschreis.
Dieses Werk entstand unmittelbar nach einer persönlichen Lebenskrise. Es ist abstrakt, roh, intensiv – ein visueller Ausdruck meiner damaligen Verfassung. Die äußeren Umstände hatten mich regelrecht gefangen. Doch tief in mir regte sich etwas: ein leiser, unbeugsamer Wille zu überleben, für meine Familie, für mich selbst.
„Seelengefängnis“ zeigt diese Spannung zwischen Erstarrung und innerem Aufbruch. Die Struktur des Bildes, die aufbrechenden Flächen und das pulsierende Zentrum symbolisieren genau das: Die Seele sucht ihren Weg – trotz äußerer Enge. Dieses Werk war der Ursprung meiner heutigen künstlerischen Sprache. Es war mein erster Schritt in Richtung eines neuen Selbst.
Der Moment, in dem das Licht erstmals wieder sichtbar wird.
„Flucht aus dem Schatten“ erzählt die nächste Etappe dieser inneren Reise. Die Figur tritt hervor – noch gezeichnet, noch verletzlich, aber aufrecht. Die goldenen Töne stehen für Hoffnung, für eine neue Würde, die sich langsam wieder zeigt. Elemente wie die rostige Gitterstruktur verweisen direkt auf das „Seelengefängnis“ – doch hier wird sie durchbrochen.
Die weißen Federn stehen für Verletzlichkeit, aber auch für ein erstes Aufatmen. Die feinen Kintsugi-Risse – mit Gold gefüllt – machen deutlich: Es sind die Brüche, die uns vervollständigen. Diese Arbeit markiert den Wendepunkt: Aus der Innenschau wird Bewegung, aus Stillstand ein erstes Gehen.
Der schmerzhafte, aber notwendige Weg zu sich selbst.
Hier schreitet die Figur bewusst durch das, was einst gemieden wurde: die Dornen des Lebens. Äste, Jute, rostige Zäune bilden eine raue, taktile Unterwelt – doch darüber breitet sich ein Licht aus, das von innen zu kommen scheint. Die Figur trägt Flügel, die nicht mehr nur zart, sondern kraftvoll sind.
Es ist eine Arbeit über das Aushalten, über das Weitergehen, über das Finden von Sinn inmitten der Widerstände. Die Farbstimmung balanciert zwischen Schmerz und Hoffnung, Tiefe und Leuchten. Es ist die visuelle Metapher für den oft stillen, aber zutiefst menschlichen Prozess der Reifung.
Ankommen – ohne zu fliehen.
Diese letzte Arbeit der Serie ist zugleich eine Verheißung und ein Innehalten. Die Figur ist nicht entrückt, sondern präsent. Die goldenen Akzente wirken nicht triumphal, sondern still leuchtend. Die asymmetrischen weißen Zäune umrahmen die Komposition wie ein vorsichtiger Hinweis: Freiheit braucht Struktur, genauso wie Struktur Freiheit braucht.
Hier offenbart sich der innere Weg in äußerer Form. Die Federn sind gereift, die Farben klar. Blau steht für das Unbekannte, Gold für das Wesentliche. In „Auf dem Lichtpfad“ manifestiert sich die Kraft, die aus den vorherigen Bildern geboren wurde – nicht als Antwort, sondern als Haltung: Ich bin hier. Ich gehe weiter.
Dieser Zyklus war mehr als Kunst – er war Selbstklärung. Und genau daraus entstand mein tiefes Interesse an den kollektiven Brüchen unserer Zeit: an gesellschaftlicher Fragilität, an politischen Wendepunkten, an der Frage, wie wir als Menschen mit Ungewissheit und Kontrolle umgehen.
Resilienz ist nicht nur individuell. Sie ist auch eine Frage unserer Systeme. Was hält uns zusammen? Was lässt uns auseinanderbrechen? Mit diesen Fragen geht mein Werk nun in die nächste Phase – immer auf der Suche nach Bildern, die verbinden, ohne zu glätten.
©Francisco Prieto Montesdeoca 2025. Alle Rechte vorbehalten.
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